Haben Sie das Gefühl, dass alles was Sie auf Englisch sagen perfekt sein muss? Ärgern Sie sich, wenn Sie Fehler machen? Würden Sie lieber nichts sagen, damit auch nichts Falsches rauskommt?

Dann verrate ich Ihnen ein Geheimnis: Auf der ganzen Welt gibt es keinen Menschen, der perfekt Englisch kann. Wieso? Weil es kein perfektes Englisch gibt.

Englisch ist nicht mehr eine regionale Sprache, bei der ein Volk bestimmt, was richtig oder falsch ist. Englisch ist die Weltsprache, eine Sprache die wir alle nutzen, besitzen und gleichzeitig beeinflussen. Mit Englisch geht es darum, in einer leichten Sprache Ideen klar und einfach mitteilen zu können.

Natürlich hilft es, wenn Sie bestimmte Regeln berücksichtigen, aber die erste Priorität ist immer einfach zu kommunizieren.

 


 

Eine Sprache erlernt man immer in 3 Stufen. Die erste Stufe beinhaltet, etwas Neues kennen zu lernen – z.B. eine neue Grammatik. Das behalten Sie in Ihrem Kopf, verstehen aber nur theoretisch, wie sie anzuwenden ist.

Bei der dritten Stufe haben Sie aber schon ein Gefühl für diese Grammatik in Ihrem Bauch und Sie können diese anwenden, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Haben wir einen Schritt vergessen? Wie kommt das Gelernte eigentlich von Ihrem Kopf zu Ihrem Bauch? Durch üben und Fehler machen. Bei der zweiten und längsten Stufe nutzen Sie das Gelernte regelmäßig und machen dabei unglaublich viele Fehler. Das ist ganz normal und Sie sollten sich auch nicht dafür entschuldigen.

Wenn Sie aber merken, dass Sie etwas Anderes hätten sagen sollen, ist das super, weil es ein Zeichen dafür ist, dass Sie das Gelernte langsam verstehen. Fokussieren Sie sich also nicht auf die Fehler, sondern auf das Richtige, das Sie hoffentlich das nächste oder übernächste Mal sagen.

 


 

Wenn Sie mit dem Auto fahren, denken Sie ständig über das nach was Sie gerade machen? Müssen Sie sich völlig konzentrieren um vom ersten Gang in den zweiten zu schalten oder um die Spur zu wechseln?

Sicher, am Anfang ist alles neu und Sie müssen sich wahnsinnig konzentrieren, um korrekt zu fahren, aber mit der Zeit wandert diese Fähigkeit zu Ihrem Bauch und Sie fahren ganz automatisch Ihr Leben lang weiter.

Vielleicht haben Sie deswegen schon mal die Erfahrung gemacht, dass Sie am Ziel angekommen sind ohne sich erinnern zu können, wie Sie genau dorthin gefahren sind? Das Gelernte wurde eine Gewohnheit, ein Teil von Ihnen, der genauso natürlich funktioniert wie ein- und ausatmen.

Dieser „Umwandlungsprozess“ (von „Denken“ in „Bauchgefühl“) läuft aber nicht für alles Gelernte gleichzeitig ab. Ich habe z.B. im Deutschen schon ein Bauchgefühl für den Dativ, mit dem Genetiv mache ich aber immer noch viele Fehler und gerade habe ich den Unterschied zwischen „drücken“ und „drucken“ gelernt – nun werde ich sowohl bei der Aussprache als auch im Gebrauch dieser beiden Wörter noch viele Fehler machen und viel üben müssen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Erlernen der Sprache! Trauen Sie sich, einfach drauf loszusprechen, ohne über Fehler nachzudenken – denn, wie sie jetzt wissen, nur durch Übung entwickelt sich ein Bauchgefühl.

 


 

man quiet

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